Wasserführung der Bäche im Westen Wiens bei Mittel- und Niedrigwasser

Die Wiener Bäche weisen eine sehr un­regel­mäßige Wasserführung auf. Innerhalb eines Jahres, aber auch über langjährige Perioden hinweg gibt es starke Schwankungen. Besonders un­regel­mäßig ist die Wasserführung der Bäche aus dem Lainzer Tiergarten. Diese Bäche führen bei Niedrig­wasser nur sehr wenig Wasser und fallen bei bedeutendem Niedrig­wasser sogar über weite Strecken vollständig trocken. Auch die mittlere Wasserführung ist im Vergleich zur Einzugs­gebiets­größe relativ gering.

 

Nachfolgend findet sich eine tabel­larische Übersicht zur Wasserführung verschiedener Bäche im Westen Wiens bei Mittelwasser und bei Niedrigwasser. Auch eine Karte zur Situation bei be­deu­tendem Niedrig­wasser ist vorhanden. Es handelt sich um vorläufige Ergebnisse. Bei neueren Erkenntnissen können Änderungen vorgenommen werden.

 

Angaben zur Situation bei Hochwasser findet man hier:

>> Wasserführung der Wiener Bäche bei Hochwasser

Übersichtstabelle

Bei den Werten in der Tabelle handelt es sich nur um ungefähre Werte. Un­sicher­heiten ergeben sich durch die Problematik der Bestimmung der Wasserführung an sich, sowie durch oft noch relativ kurze Zeitreihen. Außerdem wurde die Wasserführung nur sporadisch bzw. anlass­bezogen be­stimmt, was vor allem bei Bächen mit sehr un­regel­mäßiger Wasserführung größere Un­sicher­heiten bei der Mittel­wasser­führung mit sich bringt. Der wahrscheinliche Un­sicher­heits­bereich ist in Klammern angegeben.

  MQ (l/s) MJNQT (l/s) NQ15T (l/s)
Bäche im Nordwesten      
Schreiberbach 15 (7.5-22.5)
4 (2-6)
1.25 (0.7-2)
Erbsenbach 15 (7.5-25)
2 (1-3)
0.5 (0.2-0.7)
Alsbach 25 (10-35)
4 (2-6)
0.5 (0.2-0.8)
Wienfluss-Einzugsgebiet      
Wienfluss in Weidlingau 800 (700-950)
225 (190-270)
100 (80-120)
Rotwasser 20 (10-30)
2 (1-3)
0
Grünauer Bach 7.5 (4-12)
0 0
Steinbach 35 (25-45)
7.5 (5-10)
1.5 (1-2)
Hainbach 25 (17.5-32.5)
5 (3.5-7)
1.25 (0.75-1.5)
Mauerbach 250 (200-300)
60 (45-75)
15 (10-20)
Halter Bach 50 (40-60) 12.5 (10-15) 3 (2-4)
Wienfluss in Hütteldorf 1100 (950-1250)
300 (250-350)
125 (100-150)
Lainzer Bach 10 (5-15)
0.3 (0.15-0.6)
0
Liesing-Einzugsgebiet      
Reiche Liesing vor Kalksburg 175 (125-250)
50 (35-70)
27.5 (22.5-35)
Gütenbach 25 (12.5-40)
0.5 (0.2-1)
0
Dürre Liesing 50 (30-70)
6 (3-10)
0.3 (0-1)
Liesing nach Rodaun 250 (175-350)
60 (40-80)
30 (25-40)

Erläuterungen

 

MQ mittlere Wasserführung (arithmetrisches Mittel)
MJNQT geringstes Tagesmittel der Wasserführung eines Jahres
NQ15T Wasserführung die als Tagesmittel alle 15 Jahre erreicht oder unterschritten wird

 

Alle Angaben beziehen sich auf das langjährige Mittel

Karte zu bedeutendem Niedrigwasser im Bereich NQ15

Nachfolgend eine Über­sichts­karte zur Wasserführung der Bäche, die im lang­jährigen Mittel alle 15 Jahre erreicht oder unter­schritten wird:

Bäche bei Wasserführung, die im langjährigen Mittel in etwa alle 15 Jahre erreicht oder unterschritten wird
Bäche bei Wasserführung, die im langjährigen Mittel in etwa alle 15 Jahre erreicht oder unterschritten wird
dunkelblau  ≥ 100 l/s             ______    Wasserführung relativ gut abgesichert
hellblau  ~ 10 - 99 l/s             - - - - -    gewisse Unsicherheit
grün  ~ 1 - 9 l/s             . . . . . .   größere Unsicherheit
orange  ~ 0,1 - 0,9 l/s    
rot  < 0,1 l/s    

Bei Niedrig­wasser, das im lang­jährigen Mittel alle 15 Jahre auftritt, führt der Wienfluss oberhalb der Einmündung des Mauerbachs rund 100 Liter pro Sekunde, nach Mauerbach- und Halterbach-Einmündung sind es etwas mehr als 100 Liter pro Sekunde. Der Mauerbach weist bei einem solchen Niedrig­wasser noch eine Wasser­führung von mehr als 10 Litern pro Sekunde auf, der Halter Bach im Mündugs­bereich mehrere Liter pro Sekunde. Rund einen Liter  pro Sekunde oder etwas mehr führen in einem solchen Fall die Bäche Schreiber­bach, Steinbach und Hainbach. Dagegen ist bei Erbsenbach, Zubringern zum Alsbach, Rotwasser, Güten­bach und Grünauer Bach bei einem NQ15 nur noch ab­schnitts­weise geringfügige Wasser­führung zu beobachten. Der Lainzer Bach kann samt seiner Zubringer (fast) im gesamten Verlauf trocken fallen, die Dürre Liesing  zumindest im Mündungs­bereich. Die Reiche Liesing führt dagegen durch Zufluss aus einer Klär­anlage bei Breitenfurt-Ost auch bei sehr be­deu­tendem Niedrig­wasser mehr als 20 Liter pro Sekunde.

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Jimdo

Seite erstellt im November 2017; letzte Änderung: Oktober 2019