Hochwasser in Wien im Juni 2008

Der Frühsommer 2008 war in ganz Wien durch eine Reihe sehr nieder­schlags­intensiver Gewitter ge­kenn­zeichnet. Nachdem im Mai der äußerste Südosten Wiens von heftigen Starkregen betroffen war, war es im Juni vor allem der Südwesten der Stadt, wo es gleich mehrmals zu Über­schwem­mungen kam - vor allem in Liesing, Mauer und Kalksburg.

Die Sturzflut am Gütenbach am 4. Juni 2008

Bei dem Gewitter, welches dieses Hochwasser auslöste, handelt es sich - in Bezug auf Starkregen - um das mar­kan­teste Ereignis der Gewitter­serie 2008. Das Gewitter war in den betroffenen Gebieten durch eine geringe Ver­lagerungs­geschwindigkeit des Nieder­schlags­bereichs und eine relativ lange Stark­regen­dauer ge­kenn­zeichnet. Im Gebiet zwischen Laab im Walde und dem Maurer Wald traten Nieder­schlags-Stunden­summen von mehr als 50 Liter pro m² wahr­scheinlich beinahe flächen­deckend auf, lokal dürften sogar mehr als 70 Liter am m² innerhalb von einer Stunde gefallen sein. Die Hoch­wasser­führung von Zubringer­bächen zum Güten­bach lässt auf 10-Minuten­summen von zumindest 35 Litern pro m² schließen. Ebenso lagen hohe Boden­feuchten durch vorangegangene Starkregen vor, die bei der Entwicklung der Sturzflut am Güten­bach durchaus eine Rolle gespielt haben. Da das betroffene Gebiet großteils unbesiedelt ist, kam dem Ereignis trotz der großen hydro­logischen und meteoro­logischen Bedeutung nur eine geringe bis keine mediale Bedeutung zu. Es lag auch wieder einmal keine einzige Wetter­station im Kern­bereich des Stark­regens.

 

Die Wasser­massen aus dem oberen und mittleren Einzugs­gebiet des Güten­bachs (im unteren Einzugs­gebiet fiel deutlich weniger Regen, außerdem waren hier die Abfluss­beiwerte geringer), erreichten als Flutwelle schließlich auch Kalksburg, wo mehrere Gärten über­schwemmt und Garten­zäune beschädigt wurden, teil­weise waren auch Gebäude von Über­schwem­mungen betroffen.

 

Nach­folgende Abbildung zeigt bis wohin das Wasser in dem groß­dimen­sionierten Querschnitt knapp abwärts der Brücke der Breiten­furter Straße reichte (=An­schlag­linien). Die Aufnahme ist nur wenige Tage nach dem Hochwasser entstanden, weshalb die Wasser­führung auf dem Foto immer noch ein Vielfaches der gewöhnlichen Menge beträgt:

Anschlaglinien des Gütenbachs beim Hochwasser vom 4. Juni 2008 in Kalksburg
Anschlaglinien des Gütenbachs beim Hochwasser vom 4. Juni 2008 in Kalksburg

Im Bereich der Einmündung des Gütenbachs in die Reiche Liesing durchbrach das Hochwasser erneut einen Gartenzaun, ebenso wurde der Radweg, der die Reiche Liesing entlang führt beschädigt. Diese Schäden sind in der nächsten Abbildung zu erkennen:

Am 4. Juni 2008 durch den Gütenbach beschädigter Zaun und Radweg entlang der Reichen Liesing (Kalksburg)
Durch den Gütenbach beschädigter Zaun und Radweg entlang der Reichen Liesing

Durch die Wasser­massen des Güten­bachs trat in Kalksburg knapp unterhalb der Güten­bach­­mündung auch die Reiche Liesing über die Ufer. Das insgesamt relativ geringe Wellen­volumen führte im weiteren Fluss­verlauf der Reichen Liesing / Liesing von Kalksburg abwärts aber zu einer raschen Abflachung der Hoch­wasser­welle, sowie Abnahme der Hoch­wasser­jährlichkeit.

 

Neben Güten­bach und Liesing führten an diesem Tag auch noch andere Bäche bedeutendes  Hochwasser. Darunter zum Beispiel der Laaber Bach und der Deutschwald Bach in den Bezirken Mödling und Wien Umgebung.

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Jimdo

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