Das Unwetter vom 24. Mai 2014 in Wien-Döbling

Nachdem bereits am frühen Nachmittag einige kräftige Gewitter über den Wienerwald gezogen waren, erreichte am mittleren Nachmittag von Südwesten her ein Gewitter den Westen Wiens. Im Südwesten gab es dabei kurzen, aber recht intensiven Starkregen und kleinkörniger Hagel. Während sich diese Gewitterzelle abschwächte, erfolgte eine schlagartige Intensivierung einer weiteren Zelle im Norden Wiens. In der Folge kam es besonders im 19. Wiener Gemeindebezirk (Wien-Döbling) neben Hagel mittlerer Größe auch zu Starkregen mit relativ großen 30-minütigen Niederschlagssummen. Eine  30-Minuten Summe von 57,6 mm konnte sogar durch die Wetterstation Wien - Hohe Warte erfasst werden (vergl. ZAMG, 2014).

Im 19. Bezirk wurden als Folge des starken Regens in Nussdorf und Heiligenstadt zahlreicher Straßenzüge überschwemmt, sowie Keller und Unterführungen geflutet. Zu kleinräumigen Überflutungen kam es auch in Kahlenbergerdorf. In den Einzugsgebieten von Schreiber Bach (mittleres und unteres Einzugsgebiet), Schabler Bach, Hammerschmiedgraben, Hackhofer Gerinne und Nesselbach (Unteres Einzugsgebiet) traten bedeutende Hochwasserereignisse auf. Gerade in Heiligenstadt war aber die Überforderung des Kanalnetzes der Auslöser. Auf Grund der kurzen Niederschlagsdauer lief das Ereignis im gesamten Gebiet sturzflutartig ab.

Literatur:

ZAMG, 2014, Siebentwärmster Frühling der Messgeschichte. - Wien.

online unter: http://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/news/siebentwaermster-fruehling-der-messgeschichte (letzter Zugriff: Juni 2014)

Eindrücke vom Ereignis im Einzugsgebiet des Schreiberbachs

Die Fotos wurden in den Tagen nach dem Ereignis aufgenommen

Nach dem Ereignis habe ich in sämtlichen betroffenen Einzugsgebieten Fließwege und Fließquerschnitte bestimmt, sowie insgesamt mehr als 150 Fotos aufgenommen. Nachfolgend eine kleine Auswahl von Fotos aus dem Einzugsgebiet des Schreiberbachs.

Im oberen Einzugsgebiet (Wildgrube) blieb es bei einem wenig bedeutenden Hochwasserereignis. Der Beitrag dieses Teileinzugsgebiets an der Hochwasserwelle des Schreiberbachs am Unterlauf kann als vernachlässigbar angesehen werden. Die ersten bedeutenden Zubringer waren im mittleren Einzugsgebiet im Bereich des oberen Mukentals zu finden. Nachstehende Abbildung zeigt die ungefähren Anschlaglinien (gepunktete Linie) zum Zeitpunkt des Maximums an einem kleinen Zubringerbach in diesem Bereich.

Anschlaglinien eines kleinen Zubringerbachs zum Schreiber Bach (Wien-Döbling) beim Hochwasser 2014
Anschlaglinien eines kleinen Zubringerbachs zum Schreiber Bach

Im unteren Mukental kam es schließlich zu einer bedeutenden Abflachung der Hochwasserwelle, wodurch der Spitzenabfluss in diesem Fließabschnitt nicht weiter zunahm, die Fließquerschnitte lassen hier sogar auf eine leichte Abnahme des Spitzenabflusses in Fließrichtung schließen.

Der nächste bedeutende Zubringer war die Kahlenbergerstraße (Das Maximum war hier allerdings sehr wahrscheinlich zeitlich versetzt zu jenem des Schreiberbachs). Die Anschlaglinien sind in der folgenden Abbildung zu sehen.

Anschlaglinien der kleinen Sturzflut in der Kahlenbergerstraße (Nußdorf, Wien-Döbling) 2014
Anschlaglinien der kleinen Sturzflut in der Kahlenbergerstraße (Nußdorf)

Der bedeutendste Wasserzustrom zum Schreiberbach erfolgte aber in Nussdorf über Eroica Gasse und Eduard-Reyer-Gasse durch eine Sturzflut aus den Weingärten an den Abhängen des Nussberges.

Zunächst 2 Aufnahmen, die den Vergleich von Bodenabtrag in (unmittelbar benachbarten) begrünten und nicht begrünten Weingärten sehr eindrücklich vor Augen führen. Die begrünten Weingärten wiesen auch deutlich geringere Abflussspenden auf.

Vor Bodenabtrag (Erosion) geschützte begrünte Weingärten  am Nussberg (Wien-Döbling)
Vor Bodenabtrag (Erosion) geschützte begrünte Weingärten am Nussberg
Bodenabtrag (Erosion) in nicht begrüntem Weingarten am Nussberg (Wien-Döbling) beim Unwetter 2014
Bodenabtrag (Erosion) in neu angelegtem, (noch) nicht begrüntem Weingarten am Nussberg

Die nächste Abbildung zeigt Ablagerungen von Schlamm und Kies am Hangfuß.

Ablagerungen von Schlamm und Kies am Hangfuß des Nussbergs (Wien-Döbling) nach dem Unwetter 2014
Ablagerungen von Schlamm und Kies am Hangfuß des Nussbergs

Nachfolgend zwei Aufnahmen aus der Hauptfließbahn der Sturzflut.

Wie die Aufnahmen zeigen, kam es hier neben dem Umreißen von Gartenzäunen selbst zu Beschädigungen der Grasnarbe.

Hauptfließbahn der Nussdorfer Sturzflut (Wien-Döbling) 2014 - umgerissener Gartenzaun und Beschädigungen der Grasnarbe
Hauptfließbahn der Sturzflut - umgerissener Gartenzaun und Beschädigungen der Grasnarbe 1
Hauptfließbahn der Nussdorfer Sturzflut (Wien-Döbling) 2014 - umgerissener Gartenzaun und Beschädigungen der Grasnarbe
Hauptfließbahn der Sturzflut - umgerissener Gartenzaun und Beschädigungen der Grasnarbe 2

Die Folgenden Abbildungen verdeutlichen das Ausmaß der Sturzflut im weiteren Fließverlauf:

Anschlaglinien der Sturzflut im Dennweg (Nußdorf, Wien-Döbling) 2014
Anschlaglinien der Sturzflut im Dennweg (Nußdorf)
Von der Sturzflut förmlich niedergemähte Rosenhecke in der Nußberggasse (Nußdorf, Wien-Döbling) 2014
Von der Sturzflut förmlich niedergemähte Rosenhecke in der Nußberggasse (Nußdorf)
Mit Schlamm bespritzte Autos in der Nußberggasse (Nußdorf, Wien-Döbling)
Mit Schlamm bespritzte Autos in der Nußberggasse (Nußdorf) - der verschwommene Charakter des Fotos ist eine Folge der hohen Staubkonzentration der Luft (getrockneter Schlamm)
In Folge der Sturzflut aus den Weingärten übergelaufener Schreiberbach in Nußdorf (Wien-Döbling) 2014
In Folge der Sturzflut aus den Weingärten übergelaufener Schreiberbach in Nußdorf

Abschließend ein Foto einer alten Gedenksäule in der Nußberggasse (Nußdorf), die der Abwehr von Hagel und Wolkenbrüchen, sowie Wasserfluten aus den Weinbergen dienen soll.

Alte Gedenksäule in der Nußberggasse (Nußdorf, Wien-Döbling), die der Abwehr von Hagel, Wolkenbrüchen und Wasserfluten aus den Weinbergen dienen soll
Alte Gedenksäule in der Nußberggasse (Nußdorf), die der Abwehr von Hagel, Wolkenbrüchen und Wasserfluten aus den Weinbergen dienen soll

Bericht erstellt am 14.06.2014

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